Geschichte 2013: 725 Jahre Klein-Mutz!
Klein-Mutz ist ein altes Straßenangerdorf. Man versteht darunter eine doppelzeilige Dorfanlage, bei der die Häuser oder Gehöfte in dichter Weise entlang einer Straße aufgereiht sind. Die Gehöfte umschließen einen gemeinschaftlich genutzten Platz (Anger), der als Gemeindeweide dienen kann oder auf dem öffentliche Gebäude stehen, z.B. Kirche, Schmiede, später auch die Schule, wobei sich die Straße vor dem Anger teilt, ihn umschließt und sie hinter dem Anger wieder vereinigt. Solche Dorfanlagen entstanden in den Gebieten der mittelalterlichen Ostsiedlung. (12/13.Jh.) Klein-Mutz wurde erstmals im Jahre 1288 unter dem Namen Mostitz (von slavisch "Brücke") urkundlich erwähnt. Man über-
wies dort demZisterziensernonnenkloster Zehdenick 16 Hufen Land. (1 Hufe =15 ha)

 


Siegel des Zehdenicker Klosters


Taufbecken (15. Jh.)
Auszug aus der Übersetzung der Besitz-
urkunde von Mostitz von 1288:
"Otto IV und Konrad von Gottes Gnaden brandenburgische Markgrafen, an alle zu allen Zeiten....Daher wünschen wir, dass zu aller Kenntnis und gründlicher Überprüfung der Anwesenden gelangt, dass wir zur Ehre des allmächtigen Gottes und der ruhmreichen Jungfrau Maria, seiner Mutter, und zur Vergebung unserer Sünden dem Konvent der Nonnen in Zehdenick das Eigentum über 16 Hufen, die im Dorf Mostitz liegen, gegeben haben, damit sie es ungestört zu allen Zeiten mit vollem Recht besitzen. Diese Hufen hat vorher Herr Diethard von Wustrow mit Zustimmung seiner Vettern und mit unserer Kenntnis und Erlaubnis der genannten Nonnen unter dem Rechtstitel des Ankaufs überlassen..."
Im Ruppiner Landesregister von 1525 wird notiert, dass das Dorf vollständig dem Kloster Zehdenick gehöre. 1624 gab es 27 Bauern und 27 Tagelöhner in Klein-Mutz. Bald danach hat der Dreißigjährige Krieg dem Dorf schwere Schäden zugefügt. Die von den Schweden verwüstete Kirche wurde 1693 neu aufgebaut und mit neuer Innenausstattung versehen.
In der Schulchronik wird von großen Bränden und Unwettern berichtet:
"Am 18. April 1736 brannte das halbe Dorf, von der Kirche bis zum Zehdenicker Ende, ab. Acht Menschen und viel Vieh fielen dem Brande zum Opfer."
Die eiserne Platte über der Kirchentür erinnert an einen Orkan, der am 1. August 1877 in Zehdenick und Umgebung starke Verwüstungen hinterließ. Auszug aus einem Aufruf, der in allen deutschen Blättern veröffentlicht wurde:
"Durch einen orkanartigen Gewittersturm
mit Wolkenbruch und Hagelschlag von ungewöhnlicher Heftigkeit wurde am 1. August, nachmittags um halb zwei Uhr, der südliche Teil des Templiner Kreises in einer Art heimgesucht, wie es bisher wohl kaum vorgekommen sein dürfte."